Tier des Monats April

Montag, 11 April 2016. Kategorie: Tiere des Monats

Der Steinkauz

In Zusammenarbeit mit dem MÄRKER stellen wir in jedem Monat eine in unserem Tierpark lebende Tierart vor.

Sie wirken wie kleine Kobolde mit ihren großen gelben Augen. Der Steinkauz zählt zu einer der kleinsten Eulenarten. Deshalb ist es auch gar nicht so einfach sie bei uns in ihrer Voliere zu erkennen.

Viel Spaß beim Suchen wünscht Ihnen Ihr Tierpflegerteam

Den Beitrag „Oft auch zu Fuß unterwegs“ von Inez Bandoly finden Sie im:

 
(Download der entsprechenden Ausgabe: > Region: Brandenburg)

Oft auch zu Fuß unterwegs
Steinkauz ist Tier des Monats in Kunsterspring / Zwei Paare derzeit in der Balz / Galt einst als Tier der weisen Göttin Athene

Von Inez Bandoly

Kunsterspring: Seine großen gelben Augen sind auffällig und geben dem kleinen Vogel zusammen mit dem Federschmuck etwas Koboldartiges. Der Steinkauz ist Tier des Monats im Tierpark Kunsterspring.

 Der Steinkauz zählt zu den lebhaften, recht ruffreudigen Vögeln. Sein lautes „kwiiju“ ist bei Aufregung zu hören, gilt aber auch als Warnruf. Sind Käuzchen erregt, knicksen sie mit ihrem Körper auf und ab und schlagen seitlich mit dem Schwanz.

  Athene noctura, so der lateinische Name, galt bei den alten Griechen als Tier der weisen Göttin Athene. Heute ist der Vogel in Mittel- und Südeuropa sowie Mittelasien und Nordafrika verbreitet. Mit einer Länge von 20 Zentimetern und einem Gewicht bis zu 190 Gramm zählt die Eulenart in Brandenburg zu den kleinsten. In Deutschland ist sein Bestand gefährdet. Im Tierpark Kunsterspring leben zwei Steinkauzpaare. Revierpfleger Frank Mothes berichtete kürzlich von der Balz der Vögel, die etwa Ende Februar begann. Während der Balzzeit präsentiert das Männchen ein lautes langgezogenes „guhk“.

  Eine der großzügigen Volieren dort teilen sich die Käuzchen Wanda und Waldi. Beide vier Jahre alt, zogen im vergangenen Jahr vier Junge auf. Diese wurden, um den Bestand zu halten, an den Tierpark Thale abgegeben und von dort später im Harz ausgewildert.

  Steinkäuze lieben ebene und offene Landschaften. Sie besiedeln vor allem Kulturlandschaften, wenn Dauergrünland mit Baumreihen und Baumgruppen vorhanden sind. Besonders alte Obstbäume und hohle Kopfweiden bieten dem Steinkauz gute Bedingungen zur Ansiedlung. Auch am Dorfrand und bei einzeln liegenden Bauernhöfen sind Steinkäuze zu beobachten, wenn dort alte Gebäude wie Scheunen und Trennen mit ungestörten Schlupfwinkeln zur Verfügung stehen.

  Die Siedlungsdichte dieser kleinen Eulen hängt unter anderem davon ab, ob geeignete Höhlen vorhanden sind, die sie sowohl als Brutplatz als auch als Tagesversteck brauchen.

  All die Bedingungen sind in Kunsterspring vorhanden. Sind Wanda und Waldi mal nicht zu sehen, sitzen sie in einem ihrer Domizile. Oder sie laufen auf dem Boden umher. „Sie sind viel zu Fuß unterwegs, daher auch der Name Steinkauz“, erklärte Frank Mothes.

  Das Weibchen wird Mitte April bis Mitte Mai im Abstand von zwei Tagen ihre, in der Regel drei bis fünf Eier, ablegen. Während es alleine brütet, wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Jungen schlüpfen dann nach 24 bis 28 Tagen und werden, noch flugunfähig, im Alter von 30 bis 35 Tagen die Bruthöhle verlassen. Erst eine Woche später werden sie anfangen zu fliegen.

  Ausgewachsen hat der kurzschwänzige Steinkauz eine Flügelspannweite von 55 bis 60 Zentimetern. Die Oberseite ist dunkelbraun und mit dichten weißen Flecken und Bänderungen versehen. Die Unterseite ist weißlich und breit dunkelbraun gestreift. Über den Augen hat der Steinkauz einen weißen Streifen. Geschlechtlich sind die Käuze schwer zu unterscheiden. Frank Mothes meint, die Weibchen erkenne man am Blick. Dieser wirke durch mehr Weiß über den Augen doch strenger.

  Die meist dämmerungsaktiven Käuze fressen neben Feldmäusen und anderen kleinen Säugern vor allem Käfer, größere Insekten und Regenwürmer. Sonst jagen sie im niedrigen Suchflug von einem Ansitz aus. Störenfriede starren sie mit ihren großen, gelben Augen an.

  In freier Natur meidet der Steinkauz Waldgebiete völlig, und er ist in Höhen über 600 Meter nicht mehr zu finden. Steinkäuze können zirka 15 Jahre alt werden. Die Altvögel leben gewöhnlich in Dauerehe und halten am einmal gewählten Brutplatz gern fest.

Der Tierpark Kunsterspring ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter www.tierpark-kunsterspring.de

steinkauz

Der Steinkauz ist überall dort zu finden, wo er offene Flächen für die Nahrungssuche hat und sich in Baumhöhlen oder alten Gebäuden verstecken kann. Im Tierpark Kunsterspring findet er ideale Bedingungen in einer großen Voliere. Die Balz des kleinen Eulenvogels nähert sich jetzt dem Ende. Zwischen Mitte April und Mitte Mai legt das Weibchen ihre drei bis fünf Eier. Zirka 28 Tage später schlüpfen die Jungen. Der Steinkauz ist Tier des Monats.

steinkauz

 

Steinkäuze lieben offene Landschaften sie mögen zum Beispiel Dauergrünlandschaften mit Baumreihen wie auch einzelne Gehöfte. In Kunsterspring haben sie großzügige Volieren zur Verfügung. (Foto: Bandoly)

Märker Nr. 15 vom 09./10. April 2016