Tier des Monats August

Montag, 08 August 2016. Kategorie: Tiere des Monats

Das Eichhörnchen

In Zusammenarbeit mit dem MÄRKER stellen wir in jedem Monat eine in unserem Tierpark lebende Tierart vor.


Kleine Knabberer und Kletterkünstler

Der wie ein Horn über den Rücken gebogene Schwanz hat ihnen den Namen gegeben. Eichhörnchen brauchen diesen auffällig buschigen Schwanz je nach Situation als Steuerorgan oder als Fallschirm, als Stütze oder Gegengewicht und auch zur Verständigung mit Artgenossen. Mehr über die possierlichen Knabberer und Klettrekünstler gibt es hier, denn das Eichhörnchen ist das Tier des Monats August. 

Viel Freude beim Staunen  wünscht Ihnen Ihr Tierpflegerteam

Den Beitrag “Kletterkünstler mit Pinselohren" von Inez Bandoly finden Sie im:

 
(Download der entsprechenden Ausgabe: > Region: Brandenburg)

 

Kletterkünstler mit Pinselohren
Hörnchen mit „schattenspendendem Schwanz“ in Kunsterspring / Eichhörnchen ist Tier des Monats August

Von Inez Bandoly

Kunsterspring: Der buschige Schwanz ist das Markenzeichen der Eichhörnchen. Er gab den Tieren sowohl den deutschen Namen – da die Form, wie er über den Rücken getragen wird, an ein Horn erinnert – wie auch den wissenschaftlichen „Sciuridae“, was im Griechischen „schattenspendender Schwanz“ bedeutet.

  Eichhörnchen verbringen fast ihr ganzes Leben in den Baumwipfeln. Am liebsten in Wäldern, in denen hohe Nadelbäume stehen.Sie fühlen sich aber auch in Laubwäldern und Parkanlagen wohl – vorausgesetzt, sie finden genügend Futter.
  Dies haben die fünf Eichhörnchen, die im Tierpark Kunsterspring leben, denn sie werden dort in ihrem Gehege regelmäßig gefüttert. Drei der Tiere sind in diesem Jahr geboren., unterscheiden sich aber in ihrer Größe kaum noch von ihren Eltern.
  Es ist sowohl für Pfleger als auch für Besucher ein Vergnügen zu beobachten, wie neugierig und agil diese Tiere mit dem hübschen roten Fell und den schwarzen Knopfaugen sind. Wenn die Eichhörnchen nicht schlafen, flitzen sie flink durch die Anlage, laufen über dicke Baumstämme, springen durch ein Gewirr von Astgabeln, huschen durch Höhlen oder hängen am Gitter vom Gehege. Dabei ist das weiße Bauch- und Brustfell gut zu erkenne.
  Zwischenzeitlich stecken die Kletterkünstler auch immer wieder ihre Köpfe mit den kleinen Pinselhaaren am Ohr in einen der vielen Kanister, in denen sich frisches Trinkwasser befindet. Die haben eine großzügige Öffnung und hängen oben an den Stämmen. Laufen die Hörnchen unten im Sand, sind sie besonders vorsichtig und halten ihren Schwanz über den Rücken, so dass dieser nicht auf dem Boden schleift. Knabbern sie dann genüsslich an Wallnüssen oder Maiskörnern, sitzen sie auf den Hinterbeinen und halten den Schwanz hoch.
  Der besonders auffällig buschige Schwanz der Eichhörnchen ist fast so lang wie ihre Körper, und er ist für die flinken Tiere, die hervorragend klettern und blitzschnell über Äste turnen, außerordentlich wichtig. Springt das Hörnchen weit, dient dieser als Steuerorgan, und beim Herunterspringen als Fallschirm. Stellt sich das Eichhörnchen auf die Hinterbeine, ist der Schwanz die Stütze, beim Klettern das Gegengewicht. Zudem wärmt der Schwanz das Hörnchen und seine Babys bei Kälte, schützt Bei Hitze vor zuviel Sonne und wird darüber hinaus zur Verständigung mit Artgenossen genutzt.
  Mit großer Akribie legt das Hörnchen Vorrat für den Winter an, versteckt Samen, Nüsse werden in Baumhöhlen verborgen oder in der Erde vergraben.
 Das Eichhörnchen legt sein Hauptnest, den Kobel, hoch oben im Baum an. Paarungszeit ist Ende Dezember, und nach zirka 38 Tagen erblicken bis zu fünf Junge das Licht der Welt. Für den Nachwuchs werden zusätzlich Spiel- und Schlafnester gebaut.
  Eichhörnchen sind tagaktiv. Sie verlassen morgens ihre Schlafnester und machen sich auf Nahrungssuche. Sie gehören zu den Allesfressern. Auf ihrem Speiseplan stehen Pflanzenteile wie Samen, Knospen, Beeren und Blüten von Bäumen. Sie vertilgen aber auch Insekten, Schnecken, Jungvögel und Vogeleier.
  Winterschlaf halten Eichhörnchen nicht, sie verbringen aber bei schlechtem Wetter die Zeit im Kobel.
  Eichhörnchen haben ein Gewicht von 300 bis 500 Gramm und eine Kopf-Rumpflänge bis zu 25 Zentimetern. Ihr Rücken ist meist mit rotem Fell bedeckt, kann aber auch schwarz bis hellgelb sein. Eichhörnchen besitzen richtige Sensoren – Tasthaare am Kopf, an den Beinen, am Körper und Schwanz. Sie helfen den Tieren beim Springen und Klettern den richtigen Abstand zu halten und den dünnsten Zweig zu spüren. Eichhörnchen können bis zu zwölf Jahre alt werden. Aber in freier Natur erreichen sie nur selten so ein hohes Alter. 

 Der Tierpark Kunsterspring ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter www.tierpark-kunsterspring.de

Märker Nr. 32 vom 06./07. August 2016