Tier des Monats Juli

Montag, 18 Juli 2016. Kategorie: Tiere des Monats

Der blaue Pfau

In Zusammenarbeit mit dem MÄRKER stellen wir in jedem Monat eine in unserem Tierpark lebende Tierart vor.

Ein Pfau begeistert durch seine bizarre Farbenpracht. Ihre Schönheit wegen hielten indische Maharadschas diese Vögel an ihren Höfen. 

Viel Freude beim Staunen  wünscht Ihnen Ihr Tierpflegerteam

Den Beitrag “Mit Krone und Federschleppe" von Inez Bandoly finden Sie im:

 
(Download der entsprechenden Ausgabe: > Region: Brandenburg)

 

Mit Krone und Federschleppe
Pfau ist im Tierpark Kunsterspring Tier des Monats Juli

Von Inez Bandoly

Kunsterspring: (mae) Der Pfau gehört zu den auffälligsten Vögeln. Sein charackteristischer Schrei warnt oft vor Unwettern. Die Töne des Vogels werden in Indien mit „minh-ao“ gedeutet, was so viel heißt wie: „Regen kommt“.

  Da der Pfau standorttreu ist, wird er in vielen Parkanlagen frei gehalten. Dort ist er das Tier des Monats Juli. Der dort lange lebende blaue Pfau wurde durch einen jungen Hahn ersetzt. Der Neue, stolziert nun mit drei Hennen durch das Gelände des Tierparks. Eine Henne wird seit einiger Zeit vermisst. Möglich, dass sie sich zurückgezogen hat um zu brüten oder, dass sie sich Herr Fuchs zum Abendbrot geholt hat. „Die Gefahr besteht immer“ so Tierpfleger Falk Knudsen. Er beobachtet oft, wie die beiden anderen Hennen und der Pfau das Revier erkunden und dabei sogar den Durchgangsbereich zur Straße passieren. Dasist für sie gefährlich. Autofahrer sollten hier besonders achtsam sein und das vorgegebene Tempolimit einhalten, um im Falle wenn sofort reagieren zu können.

  Der männliche Pfau kann trotz seiner Größe und des langen Schwanzes auch fliegen, jedoch weder weit noch hoch. Droht Gefahr flüchten Pfauen ins Gebüsch oder suchen auf einem Baum Schutz. Dort oben verbringen sie auch die Nacht, um sich vor Raubtieren zu schützen. Der Hahn ist an Hals, Brust und Bauch leuchtend blau. Das Gefieder schimmert je nach Lichteinfall grünlich und golden. Die Schleppe des Männchens besteht aus sehr stark verlängerten, ein bis eineinhalb Meter langen Oberschwanzfedern und diese können zu einem fächerförmigen Rad aufgestellt werden. Dabei zeigt sich die plastisch leuchtende Federzeichnung von großen, blau irisierenden „Augen“. Das soll Fressfeinde abschrecken, die diese als Augen von großen Säugetieren interpretieren sollen. Die Hennen sind im vergleich zum Hahn kleiner und wesentlich unauffälliger gezeichnet. Beide Geschlechter tragen eine kleine Federkrone auf dem Scheitel. Die Fortpflanzungszeit der Pfauen ist je nach Wetter April bis August. Während der ausgiebigen Balz schlägt der männliche Pfau sein Rad und präsentiert seinen prächtigen  Federfächer. Unmittelbar nach der Paarung gehen die Hennen ihrem Brutgeschäft nach und suchen einen geeigneten Platz, um ihre Eier abzulegen. Ihre Nester bauen sie am Waldrand in dichtem Unterholz. Die vier bis acht Eier des Pfaus sind hellweiß bis zartgelblich.

  Die Hennen bebrüten die Eier zirka bis zu 30 Tagen. Die jungen Küken haben ein helles, isabellbraunes Nest- oder Daunenkleid und bekommen nach einem Monat ihre Krone. Im Alter von drei Jahren bekommen die Männchen ihr leuchtendes Federkleid und die prächtige Schleppe, deren volle Länge erst im Alter von sechs Jahren erreicht wird. Geschlechtsreif sind sie bereits nach zwei bis drei Jahren.

Der Tierpark Kunsterspring ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter www.tierpark-kunsterspring.de

Märker Nr. 29 vom 16./17. Juli 2016